Die Hochsensiblen, ihre Arbeit und der Beruf
Die aktuelle Situation: Informationsflut, sich beschleunigende technische Entwicklungen, Globalisierung und ständige Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft, die zunehmende Vereinzelung der Menschen, Entsolidarisierung und ein kälteres soziales Klima. Dazu immer höhere Leistungsanforderungen. Immer mehr Informationen müssen in immer kürzerer Zeit verarbeitet werden. Das alles trifft die Hochsensiblen noch mehr als andere. Sie brauchen eine harmonisches Arbeitsklima. Und sie benötigen oft ein wenig mehr Zeit als ihre nicht so sensiblen Kollegen, weil sie umsichtiger und meist gründlicher sind. Bisher hatte das Thema der Hochsensiblen kaum eine Rolle gespielt. Jetzt kann es nicht mehr übersehen werden!
Der Beitrag der Hochsensiblen für Gesellschaft und Unternehmen
Hochsensible sehen über den Tellerrand und entdecken Gefahren früher als andere. Sie neigen dazu, über Probleme, Eventualitäten und Alternativen nachzudenken, und erahnen häufig zukünftige Entwicklungen, Gefahren und Möglichkeiten. Sie entdecken gewöhnlich als erste, wenn etwas nicht stimmig ist. Sie sind die geborenen Warner. Ihre Arbeit und ihre Aufgaben nehmen sie gewöhnlich sehr ernst. Verantwortung, Leistung und Qualität, Gerechtigkeit und und Ausgleich sind wichtige Anliegen von ihnen. Sie spüren zwischenmenschliche Spannungen und können unter ihnen leiden als wären sie selbst betroffen. Oft versuchen sie die Atmosphäre selbst zu entspannen und Konflikte auszugleichen. - Hochsensible leisten damit wichtige Beiträge für reibungslose Arbeitsabläufe, für Qualität, Zukunftssicherheit und Nachhaltigkeit und nicht zuletzt für ein harmonisches Arbeitsklima.
Fatale Folgen für Hochsensible
Immer wieder laufen Hochsensible Gefahr, sich selbst zu überfordern. Sie gehen häufig falsch mit sich um, allein schon dadurch, dass sie kein Bewusstsein dafür haben, dass sie sich von der Mehrheit in der Verarbeitung von Reizen und Informationen unterscheiden. Sie brauchen mehr Zeit für sich, um alle Eindrücke gründlich zu verarbeiten. Und sie brauchen Ausgleich, Bewegung und mentale Entspannung, zum Beispiel in Form von Sport oder Meditation.
Oft geraten Hochsensible ins Hintertreffen. Zum Beispiel fehlt es ihnen häufig an Energie, sich in der Freizeit aktiv auszugleichen. Und besinnen auf das, was ihnen wichtig ist, wollen sie sich auch noch... Sie sind damit stark gefordert und manchmal überfordert. Und schon wird der Stress zum Dauerzustand. Die inneren Konflikte wachsen. Sie verlieren ihre einst so starke Motivation oder sie brennen energetisch aus und büßen ihre Leistungsfähigkeit ein. Umso leichter werden sie zu Außenseitern und laufen Gefahr, zu Opfern von Mobbing zu werden. Auch sind sie oft die ersten, die auf den "Abschusslisten" stehen.
Da sie meist nicht gelernt haben, sich selbst zu behaupten, haben sie häufig die Tendenz, sich selbst resigniert zurückzuziehen. Auf diese Weise leisten sie indirekt ihrer möglichen Ausgrenzung sogar noch Vorschub.
Herausforderungen für Hochsensible
Hochsensible müssen aktiv ihre Defizite ausgleichen, damit ihre Begabungen sich tatsächlich als Stärken auswirken und als wichtiger Beitrag für ein Unternehmen wahrgenommen werden können. Sie müssen es lernen, sich zu zentrieren und abzugrenzen. Es ist wichtig für sie, ihre eigenen Stressmuster zu durchschauen, damit sie durch ihre eigenen Reaktionen den Stress nicht noch verstärken. Sie müssen es lernen, aktiv mit der Wahrnehmung umzugehen und die Reizaufnahme zu dosieren und zu steuern. Oft haben sie von sich aus bereits das Bedürfnis, sich immer wieder zu besinnen und zur Klarheit zu finden und sich erneut auszurichten auf das, worum es eigentlich geht. Die Begabung der hohen Sensibilität ist für jeden eine besondere Aufgabe, aus vermeintlichen Schwächen Stärken zu machen. Und es lohnt sich, diese Herausforderung anzunehmen!
Um im Beruf zu überleben, brauchen Hochsensible zum Beispiel die Fähigkeit, mit Konflikten und mit Frustrationen umzugehen. Es hilft ihnen, wenn sie ihre Belastbarkeit und Frustrationstoleranz ausbauen und lernen, sich zu behaupten.
Und immer wieder brauchen sie die Möglichkeit, sich mit aktuellen Situationen kompetent auseinanderzusetzen, sich zu orientieren und zu klären, sich immer wieder neu zu zentrieren und zu motivieren.
Das Leben als Hochsensibler erfordert einen größeren Einsatz und mehr Bewusstheit. Doch es lohnt sich, mit der hohen Sensibilität bewusst umzugehen: Die Intensität des Lebens ist größer. Die Glücksmöglichkeiten sind weiter und tiefer. Und genau darum geht es mir in meiner Arbeit: Die hohe Sensibilität soll wieder zu dem werden was sie eigentlich ist: zu einer großen Begabung für inneren Reichtum! Und darüber hinaus zu einem wichtigen Beitrag für die Unternehmen und für die Gesellschaft.